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Anmeldung zur Eheschließung im Standesamt

Die Anmeldung zur Eheschließung im Standesamt kann in Deutschland und Österreich üblicherweise frühestens 6 Monate im Voraus erfolgen – auf den Tag genau. Bei beliebten Terminen oder Locations soll es darum schon Brautpaare gegeben haben, die vor dem Standesamt die Nacht in einer Schlange verbracht haben.

Zu lange solltet ihr also nicht mit der Anmeldung im Standesamt warten. Gerade sehr begehrte Termine (Mai, Juli, August und „Schnapszahlen“ wie z.B. der 07.07.) sind sehr schnell vergeben. Seid also am Tag genau 6 Monate vor dem Wunschtermin frühzeitig vor Ort. Bei beliebten Terminen zur Sicherheit auch eine Weile bevor die Türen des Standesamtes sich öffnen. Hier heißt es oft Schlange stehen.

Wer Glück hat, kann bei seinem Standesamt frühzeitig einen Termin reservieren – das geht manchmal auch online oder ihr fragt telefonisch nach. Bisher bietet jedoch nicht jedes Standesamt diesen Service an.

Solltet ihr die Eheschließung im Standesamt zusammen mit der kirchlichen Trauung an einem Samstag durchführen wollen, informiert euch vor der Anmeldung, ob dies bei eurem Standesamt überhaupt möglich ist, denn nicht jedes Standesamt nimmt auch am Samstag Trauungen vor! Oft findet ihr schon viele Infos dazu auf der Webseite eures Standesamtes.

Wer wissen möchte, welche Besonderheiten für die Eheschließung in der Schweiz gelten, findet dazu Informationen am Ende des Artikels.

Persönliche Anmeldung

Brautkleid in Pink und Weiß
© darkfreya – Fotolia

Die Anmeldung kann nur persönlich vorgenommen werden (am besten vorher einen Termin beim Standesamt ausmachen, damit ihr nicht vor verschlossenen Türen steht). Die Anmeldung erfolgt direkt beim Standesamt des Wohnortes eines der beiden Verlobten. Auch wenn ihr euch eine Trauung im Freien wünscht oder ihr eventuell ganz woanders heiraten möchtet, so ist das Standesamt vor Ort immer der erste Ansprechpartner.

Falls ihr nicht beide bei dem Termin zur Anmeldung der Eheschließung dabei sein könnt, dann benötigt ihr unbedingt eine unterschriebene Vollmacht des Partners. Schaut auf der Webseite des Standesamtes nach, ob es dazu einen Vordruck gibt.

Grundlegende Unterlagen

Für die Anmeldung zur Eheschließung im Standesamt sind folgende Unterlagen notwendig:

  • Reisepass oder Personalausweis
  • Beglaubigte Abschrift aus dem Geburtenregister (nicht älter als 6 Monate)
  • Erweiterte Meldebescheinigung, die den Familienstand enthält (früher Aufenthaltsbescheinigung) – nur falls ihr nicht in der betreffenden Stadt gemeldet seid

Die Unterlagen für die Eheschließung müssen jeweils von beiden Verlobten gebracht werden.

Die erweiterte Meldebescheinigung bekommt ihr im Meldeamt, die beglaubigte Abschrift aus dem Geburtenregister stellt euch das Standesamt eures Geburtsortes aus. Oft könnt ihr diese Unterlagen online beim betreffenden Amt anfordern. Tipp aus der Praxis: Vorsicht vor Abzocke bei externen Online-Anbietern – schaut genau hin, dass ihr wirklich auf der offiziellen Webseite der Stadt seid.

Achtung: Es kann ein paar Wochen dauern, bis die Abschrift bei euch ankommt, plant genug Zeit ein!

Weitere Unterlagen werden für die Eheschließung benötigt, wenn…

…einer von euch schon einmal verheiratet war.

Solltet ihr schon einmal geheiratet haben, verlangt das Standesamt zusätzlich ein aktuelle Abschrift aus dem Eheregister der letzten Ehe mit dem Auflösungsvermerk Scheidung/Tod (nicht älter als 6 Monate). Dies bekommt ihr in dem Standesamt, in dem die letzte Ehe geschlossen wurde.

…ihr gemeinsame Kinder habt.

In diesem Fall fordert das Standesamt von euch die Geburtsurkunde, in der beide Eltern eingetragen sind bzw. beglaubigte Abschriften der Vaterschaftsanerkennung.

einer von euch nicht persönlich im Standesamt erscheinen kann.

Wenn einer von euch den persönlichen Termin nicht wahrnehmen kann, könnt ihr im Standesamt ein Formular bekommen, um eine Vollmacht zur Anmeldung der Eheschließung auszustellen.

…einer von euch keine deutsche Staatsbürgerschaft hat.

Es werden immer wieder generelle Aussagen gemacht, welche Unterlagen Ausländer für eine Hochzeit in Deutschland brauchen. Die gesetzliche Regelungen sind jedoch so unterschiedlich, dass eine generelle Aussage nicht sinnvoll ist. Informiert euch vorher unbedingt bei eurem Standesamt, welche Urkunden vorliegen müssen. Je nachdem in welchem Land die Urkunden ausgestellt wurden, müssen diese durch eine Apostille oder eine Legalisation bestätigt und von einem in Deutschland öffentlich beeidigten oder anerkannten Übersetzer in Deutsche übersetzt werden. Ggf. kann aber auch eine internationale Urkunde ausgestellt werden, die dann direkt gültig ist.

…einer von euch im Ausland geboren oder adoptiert wurde.

Hier solltet ihr auch direkt beim Standesamt nachfragen, welche weiteren Unterlagen benötigt werden. Auch hier gelten die zuvor genannten Anforderungen.

…einer von euch noch minderjährig ist.

Hierfür braucht ihr die Genehmigung des Familiengerichts.

Fragt am besten bei allen Sonderfällen in eurem Standesamt konkret nach, welche Unterlagen ihr genau benötigt – dies kann je nach Fall und Standesamt unterschiedlich sein!

Die standesamtliche Trauung festlich gestalten

Sand Zeremonie
© Depositphotos.com/hdtexx.yandex.ru

Sollte die standesamtliche Trauung eure einzige Trauung sein, dann könnt ihr diese (nach Rücksprache mit dem Standesamt) auch wirklich schön festlich gestalten mit Ringwechsel, Musikern, Sandzeremonie, etc. – im ersten Gespräch solltet ihr das unbedingt klären, ob dies möglich ist und falls nicht ggf. ein anderes Standesamt aufsuchen.

Lest dazu am besten unseren ausführlichen Artikel Standesamtliche Trauung festlich gestalten.

Ein besonderes Highlight: Der Wedding Pen

Sandy von braut.TV zeigt euch in diesem Video, wie ihr den Moment der Unterschrift bei der standesamtlichen Trauung ganz besonders gestalten könnt:

Aufgebot

Ein öffentliches Aufgebot auf dem Standesamt ist seit 1998 in Deutschland nicht mehr notwendig. Damit ist auch die Aushangpflicht entfallen. Zudem ist es keine Pflicht mehr Trauzeugen zu haben, auf Wunsch können jedoch bis zu zwei Trauzeugen offiziell eingetragen werden. Diese sollten volljährig sein und einen gültigen Ausweis vorlegen können.

Noch mehr Informationen gibt es in unserem Ratgeber zur standesamtlichen Trauung.

Die zivilstandsamtliche Trauung in der Schweiz

In der Schweiz wird die Ehe auf dem Zivilstandsamt geschlossen.

Zuständig für die Durchführung des Ehevorbereitungsverfahrens ist das Zivilstandsamt am Wohnsitz der Braut oder des des Bräutigams. Da dort oft schon einige Personenstandsdaten vorhanden sind, solltet ihr euch zunächst dort informieren, welche Dokumente noch fehlen. Ihr stellt dann offiziell ein Gesuch beim Zivilstandsamt und müsst dazu das Formular „Vorbereitung der Eheschliessung“ ausfüllen, die noch fehlenden Dokumente abgeben und danach noch persönlich bestätigen, dass ihr alle Voraussetzungen für eine Heirat erfüllt. Das Zivilstandsamt prüft danach das Gesuch und teilt euch schriftlich mit, ob die Heirat möglich ist.

Wird dem Gesuch zugestimmt, kann die zivile Trauung frühestens zehn Tage und maximal drei Monate nach Abschluss des Ehevorbereitungsverfahrens durchgeführt werden. Die zivile Trauung findet dann im Zivilstandsamt statt und ist öffentlich. Zu beachten ist außerdem, dass in der Schweiz zwei mündige, urteilsfähige Trauzeugen anwesend sein müssen.

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