×

Die indische Hochzeit – Heiratsbräuche aus Indien

Die Vielfalt an kulturellen Bräuchen ist groß und Traditionen anderer Ländern können für Westler irritierend sein. Wer einmal eine indische Hochzeit gesehen hatte, weiß, dass das Einhalten gewisser Regeln und Rituale dort wichtig ist.

Von Januar bis Februar herrscht in Indien Hochzeitssaison und wer bei einer Hochzeit lediglich an eine schlichte Zeremonie und eine anschließende Hochzeitsreise denkt, der hat noch nie einer Hindu-Hochzeit beigewohnt. Die Heirat gilt für Inder als Höhepunkt des Lebens und soziales Ereignis der besonderen Art, so dass Zeremonie und Feier gar nicht aufwendig und prunkvoll genug ausfallen können. Es ist daher nicht verwunderlich, dass eine indische Hochzeit durchaus mehrere Tage in Anspruch nehmen kann.

Wie wird eine Hochzeit in Indien gefeiert?

Die indische Hochzeit läuft bis heute sehr traditionell ab und die Großzahl der Hochzeitsbräuche stammt aus dem Hinduismus. Dort gilt die Ehe als heiliges Sakrament, das zwei Menschen zu einer Person werden lässt.

Bei einer indischen Hochzeit geht es jedoch nicht nur darum, dass Braut und Bräutigam sich das Ja-Wort geben, sondern sie bietet auch eine vorzügliche Gelegenheit, den Wohlstand der Brautfamilie öffentlich vorzuführen, die laut Tradition die Trauung und das anschließende Fest auszurichten hat.

Von aufwändig hergestellten Hochzeitskarten, die persönlich an die 300 bis 1.000 Gäste überreicht werden, bis hin zur Körperbemalung der Frau mit Hennapaste, wird jedes Detail genau geplant. Trotz Lockerung der Ehegesetze ist es in Indien bis heute nicht unüblich, dass Braut und Bräutigam sich erst an dem Tag kennen lernen, an dem sie heiraten. Ein weiterer Hochzeitsbrauch sieht vor, dass die Braut eine Mitgift in die Ehe einbringt, mit der man den Bräutigam beschenkt. Für die indische Hochzeit wird der günstigste Zeitpunkt für die Trauung nach den Horoskopen von Braut und Bräutigam berechnet.

Die indische Hochzeit: Ablauf der Zeremonie

In Indien gibt es viele verschiedene Hochzeitsrituale und Traditionen, doch die heute am meisten verbreitetste Art ist die so genannte Brahmanhochzeit, die aufgrund ihrer zahlreichen Bräuche, wie etwa der Reinigungsriten, sehr aufwändig ist und oft mehrere Tage dauert. Die Trauung findet im Hof der Brautfamilie statt. Ein Priester rezitiert verschiedene Sanskrit-Mantras, die von den Beteiligten nachgesprochen werden und im Anschluss übergibt der Vater der Braut in einer Zeremonie seine Tochter dem Bräutigam.

Hochzeit Indien
© Depositphotos.com/DeborahKolb

Danach knoten Frauen den Sari der Braut mit dem Ende des Schultertuchs des Bräutigams zusammen, was als Symbol der ehelichen Vereinigung dient. Den Höhepunkt der Zeremonie bildet das Saptapadi, bei dem ein Feuer entzündet wird, um welches das Paar siebenmal Herumtanzen muss. Bei der siebten Umkreisung gilt die Ehe dann als rechtskräftig. Nun folgt nicht nur ein berauschendes Fest, sondern auch ein weiteres festes Ritual, das zu einer indischen Hochzeit gehört: Die Eltern der Braut beweinen laut und stundenlang den Verlust ihrer Tochter.

Weitere interessante Artikel:

» Nächster Artikel:

« Vorheriger Artikel:

Über den Autor

Er kümmert sich bei uns neben neuen Inhalten auch um den technischen Bereich. Als Mitautor des Buches "100 Hochzeit-Checklisten" liegen ihm solche Organisationshilfen besonders, weil es in seinem Kopf sonst eher unstrukturiert zugeht. In Sachen Hochzeit gefallen Raffael der organisatorische Teil und der Event-Charakter. Für Wortwitze - ob gut oder schlecht - ist der begeisterte American Football Spieler immer zu haben. Raffael ist seit 2009 verheiratet und auch seit 2009 bei uns im Team.