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Ehevertrag: Ja oder Nein?

Für ein verlobtes Pärchen gibt es neben den schönen Vorbereitungen zur Hochzeit leider auch ein paar unangenehmere – aber wichtige – Punkte zu besprechen. Einer davon ist z.B. der Ehevertrag. Wir haben für euch zusammengestellt, was ihr zum Ehevertrag wissen müsst.

Regelungen in einem Ehevertrag

Hochzeitsbudget festlegen
© Yuri Arcurs – Fotolia.com

Der Ehevertrag regelt die persönlichen Verhältnisse zwischen den beiden Ehepartnern.

Dabei steht meistens die Verteilung des Geldes und die Unterhaltspflicht (im Falle einer Scheidung) im Vordergrund. Aber auch anderen Dinge, wie z.B. die Rollenverteilung in der Ehe, können mit aufgenommen werden.

Die Meinungen zu einem Ehevertrag gehen auseinander: Einige Brautpaare empfinden einen Ehevertrag als Vertrauensbruch und absolut unromantisch, andere würden niemals ohne Ehevertrag heiraten und belächeln die „Träumer“. Ob ihr euch für oder gegen einen Ehevertrag entscheidet, bleibt natürlich euch selbst überlassen. Aber wir möchten hier auch darauf hinweisen, welche Vorteile ein Ehevertrag mit sich bringen kann.

Wichtige Info vorab: Die drei Güterstände

Es gibt in Deutschland drei Güterstände, die vertraglich festgelegt werden können. Ohne Ehevertrag gilt nach der Hochzeit dann automatisch die Zugewinngemeinschaft.

Zugewinngemeinschaft

Die Zugewinngemeinschaft bedeutet, dass jeder sein bisheriges Vermögen behält und selbst verwaltet. Alles was in der Ehe an Vermögen aufgebaut wurde, wird bei einer Scheidung gleichmäßig aufgeteilt (geerbte Dinge und Schenkungen werden aber nicht dazu gerechnet).

Gütertrennung

Ehevertrag vor der Hochzeit
© m.schuckart – Fotolia

Bei einer Gütertrennung bleibt das Vermögen auch in Zukunft getrennt und es gibt keinen Ausgleich im Falle einer Scheidung. Trotzdem kann man auch Dinge gemeinsam kaufen, wie z.B. ein Haus. Wichtig dabei ist, dass dann auch wirklich beide Partner als Eigentümer im Grundbuch stehen.

Gütergemeinschaft

Hier wird im Prinzip das ganze Vermögen beider Ehepartner in einen Topf geschmissen.

Egal, wie viel Geld  vor der Hochzeit besessen wurde oder innerhalb der Ehe erwirtschaftet wurde – das Vermögen gehört beiden und würde nach einer Trennung zur Hälfte aufgeteilt werden.

Heutzutage ist dieser Güterzustand weniger sinnvoll und wird deshalb kaum noch genutzt.

Wann ist ein Ehevertrag sinnvoll?

1. Ein Partner hat Schulden

Geht ein Partner mit Schulden in die Ehe, dann kann man vertraglich eine Regelung treffen, dass die Schuldentilgung zum Zugewinn dazu gerechnet wird. Sonst kann es z.B. sein, dass der andere Partner mithilft, die Schulden zu tilgen und geht womöglich bei einer Scheidung trotzdem leer aus (obwohl er vielleicht während der Ehe viel erwirtschaftet hat).

2. Ein Partner ist selbstständig oder besitzt eine eigene Firma

Hat ein Partner eine Firma, deren Vermögen innerhalb der Ehe wächst, dann müsste man im Falle einer Scheidung ohne Ehevertrag die Hälfte des gewachsenen Vermögens der Firma an den anderen Partner abgeben bzw. diesen ausbezahlen – das könnte unter Umständen den Ruin für die Firma bedeuten.

Durch eine Gütertrennung kann man diesen Fall ausschließen.

Eine genaue Erklärung dieser Fälle findet ihr bei Hochzeitsbuch.net.

Beratung beim Rechtsanwalt oder Notar

Wer sich für einen Ehevertrag entscheidet, kann sich beim Rechtsanwalt oder beim Notar ausführlich beraten lassen. Die Beratung beim Notar ist meistens kostenlos, nur bei Abschluss eines Ehevertrages müsst ihr den Notar bezahlen (die Gebühren für die Abzeichung des Ehevertrages sind abhängig von eurem aktuellen Vermögen).

Wird ein Ehevertrag vor der Hochzeit beim Notar geschlossen, so wird dieser aber erst mit der Heirat gültig. Aber auch später in der Ehe kann ein Ehevertrag geschlossen oder natürlich auch abgeändert werden.

Übrigens macht es auch Sinn, sich beim Notar bezüglich eines Testaments und einer Generalvollmacht beraten zu lassen.

Individuellen Ehevertrag online erstellen

Wer die Zeit und vor allem das Geld für einen Anwalt sparen möchte, kann auch online (ohne juristische Vorkenntnisse) einen individuellen Ehevertrag selbst erstellen. So spart ihr das Anwaltshonorar und müsst mit eurem fertigen Ehevertrag nur noch zum Notar, um ihn notariell beglaubigen zu lassen.

Und so funktioniert’s: In einem speziell entwickelten Online-Tool werdet ihr durch einen Frage-Antwort-Dialog geleitet. Entsprechende Praxistipps bieten weiterführende Erklärungen, damit ihr genau wisst, worum es geht. Lasst euch dabei Zeit und besprecht alle Fragen ganz in Ruhe, ohne dass die „Uhr eines Anwalts“ tickt. Am Schluss erhaltet ihr automatisch den gewünschten Ehevertrag zum Ausdrucken.

Unsere Empfehlung: Der seriöse Anbieter SmartLaw ist Experte für individuelle, rechtssichere Verträge und Rechtsdokumente im Internet. Dort könnt ihr einen individualisierbaren Ehevertrag ganz leicht anfertigen lassen – die perfekte Alternative zu einem unsicheren Muster-Ehevertrag oder einem teuren vom Anwalt aufgesetzen Vertrag.

 

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Über den Autor

Sie ist (ursprünglich) gelernte Mediengestalterin und sehr kreativ-strukturiert veranlagt. Neben den redaktionellen Inhalten kümmert sie sich am liebsten um schöne Bild-Inspirationen für eure Hochzeit. Gemeinsam mit ihrem Mann Raffael hat Sonja das Buch "100 Hochzeit-Checklisten" geschrieben und gestaltet. Die leidenschaftliche Hobbyfotografin ist sehr gerne auf Reisen, in ihrem Kleiderschrank liebt sie es bunt. Sonja ist seit 2009 verheiratet und bei uns im Team seit 2011.

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